Sindarin ist der Quenya-Name für die Sprache der Grauelben
Mittelerdes, der Sindar. (Sowohl das Wort "Sindar" als
auch "Sindarin" sind also keinesfalls Namen dieser Sprache,
sondern die Quenya-Begriffe hierfür!) Sie selbst
nannten sie vielleicht nur "i lam edhellen" - die elbische Sprache.
Aus dem Ardapedia: (mit großem Dank an jene, die sich dort viel Mühe machen - besonders Lothenon!)

"Die Valar und Maiar steigen auf die Welt, die ist,
hinab. Jetzt inkarniert tun sie das, was von Eru für jene vorgesehen
ist: Sie entwickeln eine Sprache. Obwohl sie es nicht brauchen,
sprechen sie untereinander ganz herkömmlich und physisch in Valarin ,
einer sehr konsonantenreichen und langatmigen Sprache ( Beispiel : Aþaraphelûn Dusamanûðân
- geschädigte Welt). Als Aulë die Zwerge erweckt, gibt er ihnen
möglicherweise eine eigene Sprache mit auf den Weg, Khuzdûl , welche
sich in all den Jahrtausenden fast nicht verändern wird.
Die Elben erwachen nun in Kuiviénen und entwickeln eine eigene Sprache, ganz wie es den Inkarnierten vorbestimmt ist, das sog. Primitive Quendian (Primitives Quendisch bzw. Elbisch; Beispiel : i ndêro kwetâ - der Mann spricht). Vermutlich spricht der dritte Stamm der Teleri bereits jetzt einen leicht unterschiedlichen Dialekt.
Einige der Elben brechen nunmehr gen Westen auf, man nennt sie die Eldar, ihre Sprache das Common Eldarin ((all)gemeines Eldarin = Gemein-Elbisch; Beispiel : i ndær kwetâ - der Mann spricht).
Die Teleri aber sprechen den Dialekt des sog. Common Telerin (Gemein-Telerin), welcher sich durch Lautverschiebungen definiert ( Beispiel : i ndær petâ
- der Mann spricht). Die zurückgebliebenen Avari gehen getrennte Wege
und entwickeln bald viele verschiedene Sprachen, über die fast nichts
bekannt ist und die oft einfach unter Avarin zusammengefasst werden.
An der Westküste Mittelerdes trennen sich die Wege nun erneut: Die
Common Eldarin sprechenden Vanyar und Ñoldor gehen nach Valinor und
ihre Sprache entwickelt sich zu Quendya (sic!), was
sich bei den Vanyar fast nicht verändert und einiges aus dem Valarin
übernimmt. Bei den Ñoldor jedoch sagt man bald Quenya
und weitere lautliche Vereinfachungen werden durchgeführt, zum Beispiel
die Veränderung von TH zu S, gegen die sich Fëanor vehement aussprach (
Beispiel : i nér queta - der Mann spricht). Die Teleri, die nach Valinor gehen, sprechen bald das, was man schlicht Telerin nennt ( Beispiel : i dár peta [?] - der Mann spricht); bei jenen, die in Mittelerde zurückbleiben, entwickelt sich das, was man später Alt-Sindarin nennt ( Beispiel : i ndêr peta - der Mann spricht). In Mittelerde
Die
Stämme hatten sich getrennt, und die allgemeine Sprache der Teleri
änderte sich in Valinor kaum. In Mittelerde aber hatten sich schon bald
verschiedene Dialekte entwickelt, die allesamt die
gemeinsame Herkunft zwar erahnbar machten, aber nur wenige wussten
wohl, dass man vor nicht allzu langer Zeit z.B. "Schwäne" noch alpai nannte (was man jenseits des Meeres noch immer tat), im Sindarin nun sagte man eilph . Es existierten wohl drei Hauptdialekte, der von der Küste ( Falathrin ), den der Mithrim aus dem Norden ( Nord-Sindarin ) und der von Doriath ( Doriathrin ).
Während die Teleri früher gemeinsam wohl Wopentassê Arâmeo ("die Geschichte von Oromë") gesagt hätten (in Valinor fast unverändert als einheitlich Vopentasse Arámeo ), sagte man an der Küste Mittelerdes wohl Gobennas Araumh , im Norden aber Gobentas Arum , in Doriath gar Gobentas Aroma
. Die Sprache hatte in Doriath teils recht eigene Wege genommen, war in
mancher Hinsicht relativ archaisch geblieben, während im Norden wieder
andere Aspekte archaisch geblieben waren; dieser nördliche Dialekt war
aber wohl näher an dem am weitesten veränderten, dem der Küste. Später,
als die Noldor zurückkamen und Sindarin lernten, mag ihre Muttersprache
Quenya ihren Anteil dazu geleistet haben, die
archaischen Aspekte des Nordsindarin archaisch zu halten, denn die
Noldor waren später die Hauptvertreter der Nordsindarin-Sprecher.
Feanor selbst hat es nie geschafft mehr als den nördlichen Dialekt
überhaupt kennen zu lernen.
Es ist nicht klar, welchen Dialekt die Menschen sprachen, die nach
Númenor auswanderten, aber auch hier muss sich zumindest später ein
eigener Dialekt entwickelt haben. Die Vernichtung Beleriands aber
überlebte nur der Dialekt der Küste, in Sprechern wie Círdan und
bereits im zweiten Zeitalter verbreitete sich die Sprache im Nordwesten
Mittelerdes, wurde zur allgemeinen Verkehrssprache (aber auch jetzt
noch war die Sprache natürlich Veränderungen unterworfen, und der oben
als Beispiel dienende fiktive Titel hätte bereits Gobennas Araw gelautet) und ist in der damaligen Form z.B. erhalten am Westtor von Moria: Ennyn Durin Aran Moria. Pedo mellon a minno. Im narvi hain echant. Celebrimbor o Eregion teithant i thiw hin
("die Tore von Durin, des Herrn von Moria. Sprich "Freund" und tritt
ein. Ich, Narvi baute sie. Celebrimbor aus Hulsten schrieb diese
Zeichen"). Weiterhin entwickelten sich nun verschiedene Dialekte und
während beim Sindarin der Noldor in Imladris
beispielsweise ein deutlicher Quenya-Einfluss zu bemerken war, sprach
man in Lothlórien und im Düsterwald vom Nandorin (die Sprache eines verwandten Teleri-Stammes) beeinflusste Dialekte; hier war z.B. laeg ("grün") zu schlichtem leg geworden (vgl. reines Laegolas [ laeg golas - "grünes Laub"] mit waldländischem Legolas ). Die Menschen in Gondor hatten wiederum ihre Eigenarten in der Benutzung mancher Wörter ( erui ["allein"] benutzten sie für "erst[e/er/es]") wie auch in der Aussprache ( Rohan für reines Rochan ), und sie hatten teils ganz eigenes Vokabular ( mirian und canath um zwei ihrer Münzen zu nennen). Des weiteren tendierte Sindarin
scheinbar immer mehr auch zu einer grammatischen Vereinfachung (z.B.
tendierten offenbar die Verben dazu ihre Vergangenheitsform später fast
einheitlich einfach mittels der Endung -ant zu bilden, obwohl es
ursprünglich verschiedenste Verbklassen gegeben hatte, die diesen
Aspekt teils sehr unterschiedlich behandelt hatten). "
  
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